Ratgeber · Technik & Datenschutz · 6 Minuten Lesezeit
Braucht meine Website einen Cookie-Banner?
Nur, wenn sie etwas tut, wozu jemand einwilligen muss. Eine Website, die nichts von fremden Servern lädt und keine Cookies setzt, braucht keinen. Woher die Banner kommen, was sie eigentlich abfragen — und warum ein Banner kein Zeichen für Sorgfalt ist, sondern für das Gegenteil.
Die kurze Antwort: Ein Cookie-Banner ist nur nötig, wenn die Website etwas tut, wozu der Besucher vorher einwilligen muss — zum Beispiel Zählwerkzeuge laufen lassen, Videos von fremden Plattformen einbetten oder Werbenetzwerke einbinden. Eine Website, die nichts davon tut, braucht keinen Banner. Nicht, weil sie eine Ausnahme wäre, sondern weil es nichts gibt, wozu jemand einwilligen könnte.
Die meisten Firmenwebsites von Handwerksbetrieben und Praxen brauchen nichts davon. Dass trotzdem fast alle einen Banner haben, hat einen anderen Grund — dazu gleich.
Mitschrift zum Nachlesen
Jemand sucht einen Betrieb wie Ihren. Er findet Ihre Website. Er will nur eins: Ihre Telefonnummer. Und das Erste, was er sieht, ist ein Cookie-Banner.
Jeder Klick zwischen Kunde und Nummer kostet Sie Anrufe. Manche klicken weg. Und der Banner kostet Geld: meist eine laufende Gebühr für das Werkzeug dahinter, und jemand muss ihn rechtlich aktuell halten.
Dabei ist der Banner nur nötig, wenn die Seite etwas von fremden Servern lädt. Eine Firmenwebsite braucht das in aller Regel nicht. Liegt alles auf dem eigenen Server, gibt es nichts, wozu jemand einwilligen müsste.
So baue ich: nichts von fremden Servern, keine Cookies, kein Banner. Ihr Kunde sieht sofort Ihren Betrieb — und Ihre Nummer. Zahlen gibt es trotzdem, ohne Banner. Und Analytics? Auf Wunsch.
HofWerker Studio. Websites für Handwerk, Praxen und Kanzleien im Landkreis Diepholz. Mehr auf hofwerker-studio.de.
Wozu der Banner eigentlich da ist
Der Banner ist kein Schild, das „Wir nehmen Datenschutz ernst" sagt. Er ist eine Frage an den Besucher: *Darf diese Website etwas auf Ihrem Gerät speichern oder Daten an Dritte weitergeben, das für die Anzeige der Seite nicht nötig ist?*
Diese Frage muss gestellt werden, wenn die Website solche Dinge tut. In Deutschland regelt das im Kern das Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetz (TDDDG), das die Einwilligung für das Speichern und Auslesen von Informationen auf dem Endgerät verlangt — mit einer Ausnahme für das, was für den Betrieb der Seite unbedingt erforderlich ist. Dazu kommt die Datenschutz-Grundverordnung für alles, was mit personenbezogenen Daten passiert.
Ich bin kein Anwalt, und dieser Text ersetzt keine Rechtsberatung. Aber der technische Zusammenhang ist einfach, und der reicht für die Entscheidung:
Braucht die Seite etwas, das nur mit Einwilligung geht? Dann braucht sie eine Möglichkeit, die Einwilligung einzuholen — den Banner. Braucht sie nichts davon, gibt es nichts zu fragen.
Was typischerweise eine Einwilligung braucht — und was nicht
| Braucht in aller Regel eine Einwilligung | Braucht in aller Regel keine |
|---|---|
| Zählwerkzeuge wie Google Analytics | die Seite selbst, ihre Bilder und Schriften vom eigenen Server |
| eingebettete Videos von YouTube und ähnlichen Plattformen | ein Kontaktformular, das nur an Sie sendet |
| Google Maps als eingebettete Karte | ein Link zu einer Karte oder einem Video (statt Einbettung) |
| Werbenetzwerke, Zählpixel, Werbe-Cookies | das Verschlüsselungszertifikat |
| Chat-Fenster von fremden Anbietern | ein technisch nötiges Cookie, etwa für einen Warenkorb |
| Schriften, die beim Aufruf von fremden Servern geladen werden — umstritten, siehe unten | das Server-Logbuch für die Auslieferung der Seite |
Die rechte Spalte ist das, was eine Firmenwebsite braucht. Die linke ist das, was Baukästen und Vorlagen von allein mitbringen.
Der Fall „Schriften von fremden Servern" ist ein Sonderfall: Hier geht es nicht um ein Cookie, sondern darum, dass beim Aufruf die Adresse des Besuchers an einen fremden Server übermittelt wird. Ob dafür eine Einwilligung nötig ist, wurde gerichtlich verhandelt — und die Antwort war für die Betreiber unangenehm. Mehr dazu unter Google Maps, Google Fonts und Co..
Warum trotzdem fast jede Seite einen hat
Weil der Baukasten ihn mitbringt. Viele Baukästen und Vorlagen laden von sich aus Schriften, Skripte und Zählwerkzeuge von fremden Servern — und weil der Betreiber das nicht abschalten kann, wird der Banner gleich mitgeliefert. Der Banner ist dann keine Entscheidung, sondern eine Folge.
Weil jemand auf Nummer sicher gehen wollte. Der Gedanke: „Lieber einen Banner zu viel als einen zu wenig." Der Fehler daran: Ein Banner, hinter dem nichts steckt, macht die Seite nicht rechtssicherer — er ist nur ein Hindernis. Und ein Banner, hinter dem tatsächlich Zählwerkzeuge stecken, macht nur dann Sinn, wenn er richtig gebaut ist: Ablehnen so einfach wie Zustimmen, nichts läuft, bevor geklickt wurde. Viele Banner erfüllen das nicht. Dann hat man das Hindernis *und* das Problem.
Weil es alle so machen. Das ist der ehrlichste Grund, und der schlechteste.
Was ein Banner kostet
Nicht Geld — das ist der geringste Posten. Er kostet:
- Den ersten Eindruck. Das Erste, was Ihr Kunde von Ihnen sieht, ist eine Frage nach Cookies. Nicht Ihr Betrieb, nicht Ihre Arbeit — ein Kasten, den er wegklicken muss.
- Besucher. Ein Teil klickt weg — von der ganzen Seite, nicht nur vom Banner.
- Pflege. Der Banner muss zu dem passen, was die Seite tatsächlich lädt. Kommt ein Dienst dazu, muss der Banner es wissen. Fällt einer weg, auch. Das vergisst man.
- Ladezeit. Viele Banner-Dienste laden selbst wieder Dateien von fremden Servern.
Der bessere Weg: Nichts laden, wozu man fragen müsste
Die Alternative zum richtig gebauten Banner ist nicht der gar nicht gebaute Banner. Sie ist eine Website, die den Banner nicht braucht:
- Schriften liegen auf dem eigenen Server.
- Die Karte ist ein Link, der die Karten-App des Besuchers öffnet.
- Das Video ist ein Link oder liegt auf dem eigenen Server.
- Besucher werden nicht gezählt — oder aus dem Server-Logbuch, ohne Cookie. Warum das für die meisten Betriebe reicht, steht unter Braucht eine Firmenwebsite Google Analytics.
- Das Kontaktformular sendet an Sie und an niemanden sonst.
Das Ergebnis: Beim Aufruf der Seite wird nichts auf dem Gerät des Besuchers gespeichert und nichts an Dritte übermittelt. Es gibt nichts, wozu er einwilligen müsste. Die Datenschutzerklärung wird dadurch übrigens auch kürzer und bleibt länger richtig.
Zwei Missverständnisse
„Ohne Banner ist die Seite nicht DSGVO-konform." Umgekehrt. Der Banner ist ein Werkzeug, um Einwilligungen einzuholen. Wer keine braucht, braucht auch das Werkzeug nicht. Eine Seite ohne fremde Dienste und ohne Cookies ist nicht *trotz* des fehlenden Banners in Ordnung, sondern *deswegen*: Es gibt nichts, was sie ohne Erlaubnis täte.
„Ein Banner mit ‚Alles akzeptieren' reicht." Ein Banner, bei dem Ablehnen schwerer ist als Zustimmen, oder bei dem die Werkzeuge schon laufen, bevor jemand geklickt hat, holt keine gültige Einwilligung ein. Das ist ein Punkt, den Sie mit Ihrer Kanzlei klären sollten, wenn Sie einen Banner brauchen — und ein Grund mehr, ihn nicht zu brauchen.
Was das für Praxen und Kanzleien bedeutet
Für eine Praxis oder Kanzlei ist das Thema nicht wichtiger, aber empfindlicher: Schon dass jemand die Seite „Psychotherapie" oder „Fachanwalt für Familienrecht" aufgerufen hat, ist eine Information, die niemanden etwas angeht. Eine Seite, die diese Information an keinen fremden Server weitergibt, hat das Problem von vornherein nicht. Was sonst noch auf eine Praxis-Website gehört, steht unter Was gehört auf die Website einer Arztpraxis.
Kurz gesagt: Ein Banner holt Einwilligungen ein. Wer keine braucht, braucht keinen Banner. Bauen Sie die Seite so, dass sie nichts von Dritten lädt und nichts speichert — dann ist die Frage erledigt, bevor sie gestellt wird.
Ich baue Websites so, dass sie keinen Banner brauchen — diese Seite hier ist das Beispiel. Sie lädt nichts von fremden Servern und setzt keine Cookies; das steht im Fußbereich jeder Seite, und Sie können es mit den Werkzeugen Ihres Browsers nachprüfen. Wenn Sie wissen wollen, ob das auch für Ihre bestehende Seite geht, schicken Sie mir die Adresse.
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Veröffentlicht am 2. September 2026.
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