Ratgeber · Kosten & Preise · 4 Minuten Lesezeit
Website-Angebote vergleichen: Warum so verschieden, was gehört hinein?
Drei Angebote für dieselbe Website: 1.500, 3.500 und 8.000 Euro. Alle drei können ehrlich sein. Woran Sie erkennen, was Sie wirklich vergleichen — und welche Punkte in keinem Angebot fehlen dürfen.
Die kurze Antwort: Die Angebote unterscheiden sich so stark, weil sie meist nicht dasselbe anbieten — nur dieselbe Überschrift tragen. „Website, 6 Seiten" kann eine angepasste Vorlage mit Ihren Texten sein oder ein individuell entworfenes Projekt mit geschriebenen Texten und zwei Korrekturrunden. Beides ist ehrlich. Es ist nur nicht dasselbe.
Ein Angebot lesen heißt deshalb: herausfinden, was nicht drinsteht.
Wo die Unterschiede entstehen
| Punkt | Günstiges Angebot, oft | Teures Angebot, oft |
|---|---|---|
| Gestaltung | Vorlage, angepasst in Farbe und Logo | individueller Entwurf, ein oder zwei Varianten |
| Texte | Sie liefern fertige Texte | werden geschrieben oder überarbeitet |
| Seitenzahl | fest, jede weitere kostet extra | fest, aber großzügiger bemessen |
| Bilder | Ihre Bilder, wie geliefert | gesichtet, ausgewählt, aufbereitet |
| Abstimmung | eine Runde oder nach Stunden | ein bis zwei gebündelte Runden enthalten |
| Handy | „responsive", ohne Nachweis | gebaut und geprüft für das Handy |
| Rechtstexte | „bitte selbst besorgen" | eingebunden, oft von einer Kanzlei |
| Übergabe | Zugänge auf Nachfrage | alle Zugänge, Einweisung, Unterlagen |
| Danach | nichts oder Stundensatz | Wartungsangebot oder Festpreis für Änderungen |
| Wer arbeitet | eine Person | ein Team, mit entsprechenden Kosten |
Keiner der rechten Punkte ist automatisch „besser". Wer gute eigene Texte hat, braucht keine geschriebenen. Wer sich schnell entscheidet, braucht keine zwei Entwürfe. Aber wer die linke Spalte kauft und die rechte erwartet, wird enttäuscht — und der Preis war dann nicht günstig, sondern nur niedrig.
Was in jedem Angebot stehen muss
Diese Liste können Sie an jedes Angebot halten. Fehlt ein Punkt, fragen Sie nach — nicht, weil der Anbieter etwas verbirgt, sondern weil er es vielleicht schlicht anders versteht als Sie.
- Anzahl und Namen der Seiten. „6 Seiten" ist nichts. „Start, Leistungen, Über uns, Referenzen, Kontakt, Impressum" ist etwas.
- Wer die Texte schreibt. Sie oder der Anbieter? Für welche Seiten?
- Wer die Bilder liefert. Und was mit den Bildern passiert, die Sie liefern.
- Wie viele Entwürfe und Korrekturrunden enthalten sind.
- Ob die Seite für das Handy gebaut wird — und ob das geprüft wird.
- Was mit Impressum und Datenschutz ist. Enthalten? Von wem? Wer hält sie aktuell?
- Domain und Hosting. Wer richtet es ein, wer bezahlt es, auf wessen Namen läuft der Vertrag?
- Die Zugänge. Bekommen Sie sie? Alle? Wann?
- Was danach passiert. Was kosten Änderungen? Gibt es Wartung, und ist sie Pflicht?
- Ein Datum. Wann ist die Seite fertig — und ab wann zählt die Frist?
- Was nicht enthalten ist. Der ehrlichste Abschnitt in jedem Angebot. Fehlt er, ist alles andere Auslegungssache.
Bei mir steht das alles in der Leistungsbeschreibung, einschließlich des letzten Punkts. Nicht weil ich besonders bin, sondern weil es die einzige Art ist, wie ein Festpreis funktioniert. Ob Festpreis oder Stundensatz für Sie das bessere Modell ist, steht unter Website zum Festpreis oder nach Stunden; welche Arbeit hinter den Positionen steckt, unter Wie entsteht der Preis einer Website.
Drei Fragen, die Sie jedem Anbieter stellen können
„Was ist der Unterschied zwischen Ihrem Angebot und einem für die Hälfte?" Ein guter Anbieter kann das ohne Abwertung des anderen beantworten. Wer stattdessen über die Konkurrenz redet, hat keine Antwort.
„Was passiert, wenn mir der Entwurf nicht gefällt?" Die Antwort zeigt, wie das Risiko verteilt ist. Bei mir sind die Korrekturschleifen im Festpreis enthalten, und gebaut wird erst nach Ihrer Freigabe.
„Wem gehört die Seite, wenn wir uns trennen?" Wenn die Antwort zögerlich kommt, ist das die wichtigste Information des Gesprächs.
Häufige Missverständnisse
„Der günstigste Anbieter will mich über den Tisch ziehen." Meistens nicht. Er bietet einfach weniger — und sagt es nicht deutlich genug, weil er es für selbstverständlich hält.
„Der teuerste Anbieter ist der beste." Er hat die höchsten Kosten. Das kann Erfahrung sein, ein Team, ein Büro in der Stadt oder eine große Werbeabteilung. Was davon Ihnen nützt, entscheiden Sie.
„Ich vergleiche einfach den Preis pro Seite." Dann vergleichen Sie Äpfel mit Birnen nach Gewicht. Eine Seite mit geschriebenem Text und ausgewählten Bildern ist etwas anderes als eine Seite mit Ihrem Word-Dokument darin.
Kurz gesagt: Angebote unterscheiden sich, weil Leistungen sich unterscheiden. Lesen Sie, was fehlt. Fragen Sie nach dem, was nicht drinsteht. Und lassen Sie sich nie den Punkt „Was nicht enthalten ist" ersparen.
Wenn Sie gerade Angebote vergleichen und nicht einschätzen können, welche Leistungen Sie tatsächlich brauchen, können wir das gemeinsam durchgehen. Das kostet nichts und verpflichtet zu nichts — auch wenn Sie sich am Ende für jemand anderen entscheiden.
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Veröffentlicht am 2. September 2026.
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