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Ratgeber · Kosten & Preise · 4 Minuten Lesezeit

Website zum Festpreis oder nach Stunden abrechnen?

Beide Modelle sind ehrlich, beide haben Haken. Der Festpreis verlagert das Risiko zum Anbieter, die Stundenabrechnung zu Ihnen. Wann welches Modell passt — und warum ich mit Festpreisen arbeite.

Die kurze Antwort: Für den Bau einer Website ist der Festpreis für Sie fast immer das bessere Modell — Sie wissen vorher, was es kostet, und das Risiko liegt beim Anbieter. Für Änderungen danach kann die Abrechnung nach Aufwand günstiger sein, wenn selten etwas anfällt.

Beide Modelle sind seriös. Es lohnt sich aber zu verstehen, wer bei welchem Modell das Risiko trägt.

Der Festpreis

Sie bekommen vorher eine Summe genannt, und die bleibt, solange der vereinbarte Umfang gleich bleibt. Dauert das Projekt länger als gedacht, ist das das Problem des Anbieters. Geht es schneller, sein Gewinn.

Vorteile für Sie: Sie können planen. Es gibt keine Überraschung am Ende. Und der Anbieter hat ein Interesse daran, dass die Abstimmung nicht ausufert — das diszipliniert beide Seiten.

Nachteile: Der Festpreis braucht einen klar beschriebenen Umfang. Wer mitten im Projekt drei Seiten mehr will, bekommt einen Nachtrag, nicht einfach „mal eben". Und ein Anbieter, der sich verkalkuliert hat, spart manchmal an der falschen Stelle.

Woran Sie einen ehrlichen Festpreis erkennen: Es steht dabei, was enthalten ist — und was nicht. Fehlt das zweite, ist es kein Festpreis, sondern ein Einstiegspreis.

Die Stundenabrechnung

Sie zahlen, was gearbeitet wurde, zu einem Stundensatz. Am Anfang gibt es eine Schätzung, am Ende die Abrechnung.

Vorteile: Flexibel. Sie können unterwegs umsteuern, ohne dass jemand einen Nachtrag schreiben muss. Bei kleinen, unklaren Aufgaben ist das oft das ehrlichere Modell — ein Anbieter, der eine Viertelstunde Arbeit als Festpreis kalkuliert, muss einen Puffer einbauen.

Nachteile: Das Risiko liegt bei Ihnen. Jede Abstimmungsrunde, jede Rückfrage, jedes „können wir das noch mal anders" kostet. Wer den Anbieter nicht kennt, kann die Schätzung nicht beurteilen. Und die Endsumme steht erst fest, wenn es zu spät ist, etwas zu ändern.

Woran Sie eine faire Stundenabrechnung erkennen: Die Schätzung nennt eine Spanne, nicht eine Zahl. Es gibt eine Obergrenze, ab der der Anbieter nachfragt, bevor er weitermacht. Und die Abrechnung listet auf, was getan wurde.

Die Mischformen

In der Praxis sieht man oft beides: ein Festpreis für den Bau, Stunden für alles danach. Oder ein Festpreis mit einem eingebauten Kontingent an Änderungsstunden. Oder ein Festpreis je Seite.

Alle sind in Ordnung, solange klar ist, wo die Grenze zwischen beiden Modellen liegt. Die typische Grauzone: „Ist die dritte Korrekturrunde noch im Festpreis?" Das sollte im Angebot stehen, bevor Sie es brauchen.

Ein Vergleich an Zahlen

Nehmen wir eine Seite mit sechs Unterseiten und geschriebenen Texten.

FestpreisNach Stunden
Vorher bekanntja, zum Beispiel 1.690 Euroeine Schätzung, zum Beispiel 25 bis 40 Stunden
Wenn es länger dauertProblem des AnbietersIhre Rechnung wird höher
Wenn es schneller gehtGewinn des AnbietersSie zahlen weniger
Wenn Sie mehr wollenNachtrag, vorher vereinbartläuft einfach weiter
Wenn Sie viele Rückfragen habenim Preis drinjede kostet

Bei 110 Euro je Stunde und 35 Stunden landen Sie bei 3.850 Euro — nah am Festpreis, nur ohne die Sicherheit. Bei 45 Stunden sind es 4.950. Das ist der Punkt: Nicht die Stunde ist teuer, die Ungewissheit ist es.

Warum ich mit Festpreisen arbeite

Weil ich der Meinung bin, dass ein Betriebsinhaber vor der Entscheidung wissen sollte, was er entscheidet. Bei mir bekommen Sie einen Festpreis und ein Fertigstellungsdatum, beides verbindlich, dazu eine Leistungsbeschreibung, in der auch steht, was nicht enthalten ist.

Das ist kein Beweis, dass Stundenabrechnung schlecht ist. Es ist eine Entscheidung darüber, wer das Risiko tragen soll — und ich finde, das sollte derjenige sein, der es einschätzen kann. Das bin ich, nicht Sie. Wie so ein Festpreis zustande kommt, steht unter Wie entsteht der Preis einer Website; worauf Sie beim Vergleich mehrerer Angebote achten sollten, unter Website-Angebote vergleichen.

Häufiges Missverständnis

„Beim Festpreis zahle ich einen Sicherheitsaufschlag." Ja, etwas. Aber der Aufschlag ist der Preis für die Gewissheit — und meist kleiner als eine einzige ausgeuferte Stundenabrechnung. Wer schon einmal eine Rechnung über das Doppelte der Schätzung bekommen hat, zahlt den Aufschlag gern.

Kurz gesagt: Festpreis für den Bau, wenn der Umfang klar ist. Stunden für Kleinkram danach. Und in beiden Fällen: Lassen Sie sich sagen, was nicht enthalten ist.

Bei mir gibt es für den Bau nur den Festpreis, weil ich der Meinung bin, dass Sie vorher wissen sollten, was es kostet. Für Änderungen danach gibt es beides — nach Aufwand oder als Pauschale, je nachdem, was für Sie günstiger ist.

Veröffentlicht am 2. September 2026.

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