Ratgeber · Kosten & Preise · 4 Minuten Lesezeit
Wie entsteht der Preis einer Website?
Sie bezahlen nicht fünf HTML-Seiten, sondern den Weg dorthin: vom ersten Gespräch bis zur Seite, die läuft — und jemanden, der dafür geradesteht. Was in diesem Weg steckt, Schritt für Schritt.
Die kurze Antwort: Der Preis entsteht über den ganzen Weg, nicht am Ende beim Hochladen. Wer 1.690 Euro für eine Website bezahlt — das ist mein mittleres Paket —, bezahlt etwa zwanzig Arbeitsschritte, von denen auf der fertigen Seite nur der letzte zu sehen ist.
Die lange Antwort steht hier. Ich gehe den Weg einmal durch, so wie er bei mir abläuft. Bei anderen Anbietern heißen die Schritte anders, aber sie fehlen selten.
Vor der ersten Zeile: Gespräch und Anforderungen
Es beginnt mit einem Gespräch, etwa dreißig Minuten, bei Ihnen im Betrieb oder am Telefon. Das kostet nichts, aber es entscheidet über alles Weitere: Wer soll die Seite sehen? Was sollen die Leute danach tun — anrufen, sich bewerben, einen Termin buchen? Was haben Sie an Texten und Bildern, was fehlt?
Aus dem Gespräch entsteht eine Liste von Anforderungen. Bei einem Dachdecker steht darauf vielleicht: Leistungen in drei Gruppen, Einsatzgebiet in Kilometern, eine Stellenseite, weil zwei Gesellen fehlen, und die Telefonnummer muss auf dem Handy mit einem Tipp wählbar sein.
Diese Liste ist die Grundlage für den Festpreis. Ohne sie wäre jeder Preis geraten.
Struktur und Konzept
Bevor irgendetwas gestaltet wird, steht fest, welche Seiten es gibt und in welcher Reihenfolge. Das klingt banal, ist aber der Punkt, an dem die meisten Websites schon falsch abbiegen: zu viele Seiten, keine klare Reihenfolge, das Wichtigste auf Seite vier.
Für einen Handwerksbetrieb sind es meist fünf bis sieben Seiten. Für eine Praxis ähnlich, mit anderen Schwerpunkten. Diese Entscheidung — welche Seiten, welche nicht — spart später mehr Geld als jede andere.
Gestaltung
Jetzt entsteht der Entwurf: Wie sieht die Startseite aus, welche Farben, welche Schrift, wie ist die Seite auf dem Handy aufgebaut? Bei mir sehen Sie den Entwurf, bevor gebaut wird — bei den größeren Paketen zwei Entwürfe zur Auswahl.
Dann kommt die Abstimmung. Sie sagen, was Ihnen nicht gefällt, ich ändere es. Ein Durchgang, gebündelt, damit wir nicht wochenlang im Kreis laufen. Diese Korrekturschleife ist in jedem seriösen Angebot eingepreist; wer sie „kostenlos" mitliefert, hat sie an anderer Stelle versteckt.
Texte und Bilder
Hier unterschätzen fast alle den Aufwand. Eine Website braucht Texte, die ein Fremder versteht — nicht die Sprache aus der Innung, nicht den Werbeprospekt von 2009. Bei mir sind die Texte für die Startseite im kleinsten Paket enthalten, ab dem mittleren Paket für alle Seiten.
Bilder: sichten, auswählen, aufbereiten. Drei echte Baustellenfotos vom Handy schlagen zwanzig gekaufte — aber sie müssen ausgewählt, zugeschnitten und so verkleinert werden, dass die Seite nicht lahmt.
Umsetzung
Das ist der Teil, den die meisten für „die Website" halten. Er macht bei mir etwa ein Viertel der Arbeit aus. Die Seiten werden gebaut, für den Rechner und für das Handy, und dann geprüft: Lädt sie schnell, auch im Funkloch auf dem Hof? Funktioniert das Formular? Kann man mit der Tastatur bedienen, was man mit der Maus bedienen kann?
Recht, Technik, Prüfung
Impressum und Datenschutzerklärung schreibe ich nicht selbst — Sie beziehen sie von einer Fachkanzlei, ich binde sie ein. Dazu kommt die technische Grundlage: Verschlüsselung, saubere Adressen, Sitemap, damit Google die Seite findet. Und eine Abnahme, bei der wir gemeinsam eine Prüfliste durchgehen und das Ergebnis schriftlich festhalten.
Livegang und Übergabe
Domain umstellen, Server einrichten, alte Adressen auf die neuen führen, E-Mail-Empfang in beide Richtungen testen. Der gefährlichste Moment im ganzen Projekt ist nicht das Bauen, sondern der Wechsel — wird dabei ein Eintrag vergessen, bekommt der Betrieb tagelang keine Mails.
Zum Schluss bekommen Sie alle Zugänge, eine Einweisung und die Unterlagen zu Lizenzen und Bildrechten.
Was das zusammengenommen heißt
Die Umsetzung, also das, was man am Ende sieht, ist ein Teil von sechs. Der Rest ist Denken, Abstimmen, Schreiben, Prüfen und Verantwortung. Deshalb kostet eine Website mehr als ein Baukasten: Der Baukasten liefert das Werkzeug, die Dienstleistung liefert das Ergebnis — und jemanden, den Sie anrufen können, wenn etwas nicht geht. Der ausführliche Vergleich steht unter Baukasten, WordPress oder individuell.
Mit welchem Betrag Sie für welche Größenordnung rechnen müssen, steht unter Was kostet eine Firmenwebsite; was nach dem Livegang jeden Monat dazukommt, unter Was kostet eine Website nach der Erstellung. Wie der Weg bei mir Schritt für Schritt aussieht, zeigt die Seite Arbeitsweise.
Häufiges Missverständnis
„Für 3.000 Euro könnte ich das auch selbst machen." Können Sie vielleicht. Die Frage ist, was Ihre Stunde kostet und wie viele davon Sie brauchen. Ein Betriebsinhaber, der fünf Abende an einem Baukasten sitzt, hat fünf Abende bezahlt — und am Ende meist trotzdem keine Seite, die er stolz zeigt.
Kurz gesagt: Sie bezahlen den Weg, nicht das Ziel. Wer nur das Ziel sieht, wundert sich über den Preis. Wer den Weg kennt, kann Angebote vergleichen.
Wenn Sie gerade ein Angebot vor sich haben und nicht einordnen können, was davon Arbeit ist und was Aufschlag: Schicken Sie es mir. Ich sage Ihnen, was ich sehe — auch wenn es nicht von mir ist.
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Veröffentlicht am 2. September 2026.
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