Ratgeber · Website planen · 4 Minuten Lesezeit
Woran erkenne ich, dass meine Website erneuert werden sollte?
Nicht das Alter entscheidet, sondern ob die Seite noch ihre Arbeit macht. Neun Anzeichen, an denen Sie das in fünf Minuten selbst prüfen können — und zwei, bei denen Sie nicht warten sollten.
Die kurze Antwort: Eine Website muss erneuert werden, wenn sie auf dem Handy nicht mehr richtig funktioniert, wenn niemand mehr weiß, wo die Zugänge liegen, oder wenn sie Dinge behauptet, die nicht mehr stimmen. Das Alter allein ist kein Grund. Eine acht Jahre alte Seite, die schnell lädt, auf dem Handy bedienbar ist und die richtigen Leute nennt, darf bleiben.
Hier ist die Prüfliste, die ich selbst benutze, wenn mir jemand seine Adresse schickt.
Neun Anzeichen — in fünf Minuten selbst geprüft
1. Auf dem Handy muss man zoomen. Öffnen Sie Ihre Seite auf dem eigenen Telefon. Müssen Sie mit zwei Fingern ziehen, um etwas zu lesen? Ist der Text winzig, die Schaltfläche nicht zu treffen? Dann sehen mehr als drei Viertel Ihrer Besucher genau das.
2. Die Telefonnummer lässt sich nicht antippen. Tippen Sie auf dem Handy auf Ihre Nummer. Startet der Anruf? Wenn nicht, ist die Nummer nur ein Bild oder nur Text — und jeder, der anrufen will, muss sie abtippen.
3. Es steht etwas Falsches drauf. Ein Mitarbeiter, der nicht mehr da ist. Eine Leistung, die Sie nicht mehr anbieten. Öffnungszeiten von vor der Umstellung. Das ist kein Schönheitsfehler: Wer die Seite liest und dann anruft, merkt es sofort.
4. Die Seite lädt länger als drei Sekunden. Rufen Sie sie im Auto auf, nicht am Büro-WLAN. Kreist es? Dann ist der nächste Betrieb nur einen Zurück-Knopf entfernt. Warum das passiert, steht unter Warum lädt meine Website langsam.
5. Niemand weiß, wo die Zugänge sind. Wer hält die Domain? Wo läuft der Webspace? Wer kommt an die Seite ran? Wenn die Antwort „der Neffe, der das damals gemacht hat" lautet, ist das der dringendste Punkt auf dieser Liste — dringender als alles Optische. Mehr dazu unter Wem gehören Domain, Website und Zugangsdaten.
6. Der letzte Dienstleister ist nicht mehr erreichbar. Dann können Sie nichts ändern, nichts sichern, nichts prüfen lassen. Die Seite läuft — bis sie es nicht mehr tut.
7. Das Impressum stammt aus einer anderen Zeit. Steht im Datenschutztext ein Werkzeug, das längst nicht mehr eingebunden ist? Fehlt es ganz? Das ist nicht nur ein Rechtsthema, sondern ein Zeichen dafür, dass sich seit Jahren niemand um die Seite gekümmert hat.
8. Das Schloss in der Adresszeile fehlt. Zeigt der Browser „Nicht sicher" statt eines Schlosses? Dann ist die Verbindung unverschlüsselt — und der Browser sagt das jedem Besucher, bevor er Ihren Namen gelesen hat.
9. Sie schämen sich, die Adresse auf die Visitenkarte zu drucken. Das ist der ehrlichste Test von allen. Wenn Sie beim Kunden lieber sagen „schauen Sie nicht auf die Website, rufen Sie einfach an", dann arbeitet die Seite gegen Sie.
Zwei Fälle, in denen Sie nicht warten sollten
Wenn Sie an die Seite nicht mehr rankommen. Solange sie läuft, wirkt das harmlos. Aber wenn der Server abgeschaltet wird, der Vertrag ausläuft oder der Dienstleister verschwindet, haben Sie über Nacht keine Website — und keine Kopie. Das lässt sich vorher klären. Hinterher nicht.
Wenn Ihre E-Mail über dieselbe Domain läuft und Sie nicht wissen, wo sie verwaltet wird. Eine Website, die ausfällt, ist ärgerlich. Eine Firmenadresse, an die keine Mails mehr ankommen, ist ein Geschäftsproblem — und Sie merken es tagelang nicht.
Was nicht zwingend ein Grund ist
- Das Alter. Eine gut gebaute Seite altert langsam.
- Ein Trend. Dass andere gerade große Bilder oder Animationen haben, verpflichtet Sie zu nichts.
- Ein Anruf. „Ihre Website ist nicht suchmaschinenoptimiert" sagt jeder, der Ihnen etwas verkaufen will. Fragen Sie nach, was genau — und ob er es Ihnen zeigen kann.
Erneuern oder ausbessern?
Nicht jede der neun Punkte braucht eine neue Seite. Ein Foto tauschen, eine Nummer korrigieren, ein Zertifikat einrichten — das ist eine Stunde Arbeit, keine Neuentwicklung.
Neu bauen lohnt sich, wenn der Kern nicht mehr stimmt: die Seite nicht für das Handy gebaut ist, die Technik veraltet ist, oder wenn so viel ausgebessert werden müsste, dass es teurer wird als neu. Als Faustregel: Treffen drei oder mehr der neun Punkte zu, ist Ausbessern meist Geldverschwendung.
Ich übernehme auch bestehende Seiten in die Betreuung, ohne sie neu zu bauen — wenn die Substanz es hergibt. Das kostet einmalig 290 Euro, und danach wissen Sie zumindest, wo alles liegt.
Kurz gesagt: Prüfen Sie Handy, Telefonnummer, Inhalte, Ladezeit und Zugänge. Drei Treffer heißen: neu bauen. Ein fehlender Zugang heißt: sofort klären, egal wie die Seite aussieht.
Wenn Sie sich nicht sicher sind: Schicken Sie mir die Adresse Ihrer Website. Sie bekommen eine ehrliche Einschätzung — was ich ändern würde, was in Ordnung ist, und ob es sich überhaupt lohnt. Das dauert fünf Minuten und verpflichtet zu nichts.
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Veröffentlicht am 2. September 2026.
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