HofWerker Studio

Ratgeber · Websites für Betriebe · 6 Minuten Lesezeit

Was muss eine Website für einen Handwerksbetrieb können?

Drei Dinge: Anrufe auslösen, Bewerbungen bringen und Vertrauen herstellen, bevor jemand die Nummer wählt. Alles andere ist Zierrat. Eine Prüfliste mit zwölf Punkten — sortiert danach, was den meisten Unterschied macht.

Die kurze Antwort: Die Website eines Handwerksbetriebs muss auf dem Handy funktionieren, die Nummer antippbar machen, echte Arbeit zeigen und offene Stellen sichtbar machen. Wer diese vier Dinge hat, ist besser aufgestellt als die meisten Mitbewerber. Alles Weitere ist Feinschliff.

Das klingt bescheiden. Es ist aber genau das, woran die meisten Handwerker-Websites scheitern — nicht an der Gestaltung, sondern an der Grundfunktion. Ob Sie es Homepage für Handwerker, Firmenwebsite oder Internetauftritt nennen, ist dabei egal: Gemeint ist die eine Seite, die ein Kunde findet, bevor er anruft.

Die vier Dinge, die auf der Website eines Handwerksbetriebs zuerst stimmen müssen
Die vier Dinge, die auf der Website eines Handwerksbetriebs zuerst stimmen müssen

Wer schaut sich Ihre Seite überhaupt an?

Bevor wir über Inhalte reden, lohnt ein Blick darauf, wer da eigentlich kommt. Bei Handwerksbetrieben sind es im Wesentlichen drei Gruppen:

WerWannWas er wissen will
Der Privatkunde mit einem Schadenabends, vom Sofa, auf dem HandyMacht der das? Kommt der zu mir? Wie erreiche ich den jetzt?
Der Geselle, der wechseln willnach Feierabend, heimlichWie ist der Laden? Was zahlen die? Würde ich da hinpassen?
Der Architekt oder Bauträgertagsüber, am RechnerKann der das in der Größe? Hat der Referenzen?

Alle drei haben eines gemeinsam: Sie haben wenig Zeit und eine konkrete Frage. Ihre Website muss diese Frage beantworten, bevor der Besucher den Zurück-Knopf findet.

Die zwölf Punkte

1. Die Telefonnummer ist antippbar. Das ist der häufigste Fehler, den ich sehe, und der teuerste. Über drei Viertel der Besucher kommen vom Handy. Wenn Ihre Nummer dort nur als Text oder als Bild steht, muss der Kunde sie abtippen — und viele tun das nicht. Ein Fingertipp muss den Anruf starten. Dasselbe gilt für die Adresse: ein Tipp, und die Navigation läuft.

2. Man sieht sofort, was Sie machen. Nicht „Ihr Partner für individuelle Lösungen", sondern „Dachdeckerei. Steildach, Flachdach, Dachfenster. Im Landkreis Diepholz." Zwei Zeilen, keine zwanzig. Der Kunde mit dem Wasserschaden sucht nicht nach Lösungen, er sucht nach jemandem, der Wasserschäden macht.

3. Man sieht, wo Sie hinfahren. Der Privatkunde fragt sich als Erstes: Kommt der überhaupt zu mir? Nennen Sie Ihr Einsatzgebiet — die Orte, die Sie tatsächlich anfahren. Das hilft nebenbei auch bei Google, weil Suchende oft nach „Zimmerei Syke" oder „Elektriker Bassum" suchen, nicht nach dem Gewerk allein.

4. Es gibt echte Fotos. Ein lächelnder Mann mit sauberem Helm vor einem Neubau, den es nicht gibt — das erkennt jeder. Und es sagt dem Kunden: Der zeigt mir nicht, was er kann. Drei Baustellenfotos vom eigenen Handy schlagen zwanzig gekaufte Bilder. Vorher und nachher, das fertige Dach, der Trupp vor dem Firmenwagen. Es muss nicht perfekt sein, es muss echt sein. Ein Nebeneffekt: Eigene Fotos sind rechtlich der ruhigere Weg, weil bei Agenturbildern viel an den Lizenzbedingungen hängt.

5. Offene Stellen stehen sichtbar auf der Seite. Das ist die Beobachtung, die die meisten Betriebe überrascht: Aufträge haben die meisten genug. Was fehlt, sind Leute. Ein Geselle, der sich bewerben will, schaut vorher auf Ihre Website — und findet dort oft nichts oder einen Satz im Fußbereich. Eine eigene Seite „Wir suchen" mit dem, was Sie bieten (Fahrzeug, Arbeitszeiten, Weiterbildung, wie das Team ist), ist für viele Betriebe die wertvollste Seite überhaupt.

6. Die Bewerbung ist einfach. Kein Formular mit acht Pflichtfeldern. Eine Nummer, eine E-Mail-Adresse, ein Satz: „Ruf einfach an oder schreib per WhatsApp — Lebenslauf reicht, wir reden dann." Wer nach Feierabend heimlich vom Sofa aus schaut, will keine Datei hochladen.

7. Die Seite lädt schnell — auch auf dem Acker. Ihre Kunden sitzen nicht am Büro-WLAN. Wenn die Seite auf dem Handy im Auto länger als drei Sekunden kreist, ist der nächste Betrieb nur einen Knopf entfernt. Woran das meist liegt, steht unter Warum lädt meine Website langsam.

8. Man erkennt, wer dahintersteht. Ein Foto von Ihnen, ein Satz zum Betrieb: seit wann, wie viele Leute, Meisterbetrieb oder nicht. Handwerk ist Vertrauenssache, und Vertrauen entsteht zwischen Menschen, nicht zwischen Logos.

9. Referenzen sind konkret. Nicht „zahlreiche zufriedene Kunden", sondern drei Projekte mit Ort, Aufgabe und Bild. „Dachsanierung eines Bauernhauses in Asendorf, 2025, 280 Quadratmeter" sagt mehr als jede Bewertungsgrafik. Bewertungen von Kunden dürfen Sie zeigen — aber nur echte, und mit Erlaubnis. Erfundene oder gekaufte sind kein Kavaliersdelikt.

10. Erreichbarkeit ist ehrlich angegeben. Wann geht jemand ans Telefon? Gibt es einen Notdienst — und wenn ja, zu welchen Bedingungen? Wer „24-Stunden-Notdienst" schreibt und um 22 Uhr nicht abnimmt, hat einen verärgerten Anrufer mehr und einen Kunden weniger.

11. Die Angaben stimmen mit Google überein. Ihr Google-Unternehmensprofil, Ihre Website und Ihr Briefkopf sollten dieselbe Adresse, dieselbe Nummer und dieselben Öffnungszeiten nennen. Widersprüche verwirren Kunden — und Suchmaschinen.

12. Impressum und Datenschutz sind da und aktuell. Nicht, weil ich Ihnen Angst machen will, sondern weil es dazugehört wie das Firmenschild. Und weil ein Datenschutztext, der ein längst ausgebautes Werkzeug nennt, verrät, dass sich seit Jahren niemand um die Seite gekümmert hat.

Was Sie nicht brauchen

  • Einen Blog. Wenn Sie nicht schreiben wollen, wird er nach dem zweiten Beitrag zur Ruine. Eine Seite mit drei Jahre alten „Neuigkeiten" ist schlechter als keine.
  • Einen Konfigurator. Wer ein Dach will, will ein Gespräch, keinen Schieberegler.
  • Animationen und Videos im Kopfbereich. Sie kosten Ladezeit, und der Kunde mit dem Wasserschaden hat dafür keine Geduld.
  • Zwanzig Unterseiten. Für die meisten Betriebe reichen fünf bis sieben: Startseite, Leistungen, Referenzen, Über uns, Stellen, Kontakt, Impressum und Datenschutz. Mehr Seiten sind nicht mehr Sichtbarkeit, sondern mehr Pflege.

Ein häufiges Missverständnis

„Unsere Kunden kommen über Empfehlung, die schauen nicht ins Internet." Das stimmt — bis zur Hälfte. Empfohlen wird immer noch. Aber der Empfohlene wird vor dem Anruf nachgeschlagen. Wer dann eine Seite findet, die auf dem Handy nicht lesbar ist, ruft trotzdem an — mit einem kleinen Zweifel im Hinterkopf. Wer gar keine findet, ruft manchmal beim Nächsten an. Die Website ersetzt die Empfehlung nicht. Sie bestätigt sie.

Was das mit Ihrer Vorbereitung zu tun hat

Von den zwölf Punkten sind acht Inhalt, nicht Technik: Fotos, Leistungen, Einsatzgebiet, Stellen, Referenzen, Erreichbarkeit. Das kann kein Webdesigner für Sie erfinden. Was Sie dafür zusammensuchen sollten, steht unter Was braucht ein Webdesigner von Ihnen.

Kurz gesagt: Nummer antippbar, Leistung in zwei Zeilen, Einsatzgebiet, echte Fotos, offene Stellen. Wer das hat, hat die Grundfunktion. Alles Weitere ist Feinschliff — und Feinschliff bringt weniger, als die meisten glauben.

Wenn Sie wissen wollen, wie viele dieser zwölf Punkte Ihre jetzige Seite erfüllt: Schicken Sie mir die Adresse. Ich gehe die Liste durch und sage Ihnen ehrlich, was fehlt — und ob es sich lohnt, das anzufassen. Was eine neue Seite bei mir kostet, steht unter Websites für Handwerksbetriebe.

Veröffentlicht am 2. September 2026.

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