Ratgeber · Technik & Datenschutz · 6 Minuten Lesezeit
Warum braucht eine Website Wartung — und welche?
Das hängt davon ab, wie sie gebaut ist. Ein WordPress braucht Aktualisierungen, sonst wird es zur Sicherheitslücke. Eine individuell gebaute Seite braucht fast keine — aber jemanden, der Hosting, Zertifikat und Sicherung im Blick hat. Was Wartung wirklich umfasst und was Sie brauchen.
Die kurze Antwort: Ob und wie viel Wartung eine Website braucht, hängt fast ausschließlich davon ab, mit welcher Technik sie gebaut ist. Ein WordPress braucht regelmäßige Aktualisierungen — sonst steht irgendwann eine Seite mit bekannten Sicherheitslücken im Netz. Eine Seite ohne Redaktionssystem braucht fast keine Aktualisierungen, aber jemanden, der Hosting, Zertifikat und Sicherung im Blick behält. Ein Baukasten wird vom Anbieter gepflegt; dafür gehört Ihnen die Seite nicht.
„Wartung" ist ein Sammelbegriff, unter dem jeder etwas anderes versteht. Deshalb zuerst: Was gehört alles dazu?
Was Wartung eigentlich umfasst
| Aufgabe | Was passiert, wenn sie fehlt | Wie oft |
|---|---|---|
| Hosting — die Seite liegt auf einem Server und ist erreichbar | Seite ist weg | läuft, solange bezahlt wird |
| Zertifikat — das Schloss in der Adresszeile | Browser warnt „Nicht sicher", Besucher gehen | alle paar Monate verlängern — meist automatisch, aber nicht immer |
| Sicherung — eine Kopie der Seite von gestern, letzter Woche, letztem Monat | nach einem Fehler oder Angriff ist alles weg | täglich |
| Sicherheitsaktualisierungen — Lücken in System und Erweiterungen schließen | Seite wird übernommen, verteilt Schadsoftware, landet auf schwarzen Listen | bei WordPress: laufend; ohne System: fast nie |
| Funktionsprüfung — geht das Formular noch, stimmen die Links, lädt die Seite | Anfragen kommen nicht an, und niemand merkt es | monatlich |
| Inhaltliche Änderungen — neue Nummer, neuer Mitarbeiter, neue Leistung | Seite erzählt Falsches | bei Bedarf |
| Rechtliches — Datenschutztext passt zu dem, was die Seite tut | Text nennt Dienste, die es nicht mehr gibt, oder verschweigt welche | bei jeder Änderung an der Seite |
Die ersten drei braucht jede Website, egal wie gebaut. Die vierte ist der Punkt, an dem sich die Technik entscheidet.
Wartung je nach Technik
WordPress und ähnliche Systeme
Ein WordPress besteht aus dem System selbst, einer Gestaltungsvorlage und meist zehn bis zwanzig Erweiterungen. Jedes dieser Teile wird von anderen Leuten weiterentwickelt, und jedes bekommt Aktualisierungen — für neue Funktionen, aber vor allem für Sicherheitslücken, die entdeckt wurden.
Das Problem: Sobald eine Lücke bekannt ist, wird sie automatisiert ausgenutzt. Es gibt Programme, die das Netz nach Seiten mit genau dieser Lücke absuchen — nicht, weil Ihr Betrieb interessant wäre, sondern weil Ihre Seite Speicherplatz und eine saubere Adresse hat, von der aus man Spam verschicken oder Schadsoftware verteilen kann. Eine unaktualisierte WordPress-Seite ist keine Frage des Ob, sondern des Wann.
Deshalb braucht WordPress laufende Wartung: Aktualisierungen prüfen, einspielen, danach schauen, ob noch alles geht — denn gelegentlich verträgt sich eine Erweiterung nach dem Update nicht mehr mit einer anderen. Wer das selbst macht, sollte wöchentlich hineinschauen. Wer es machen lässt, braucht einen Wartungsvertrag. Ohne eines von beidem ist WordPress die falsche Wahl.
Individuell gebaute Seite ohne System
Eine Seite, die aus Dateien besteht — ohne Redaktionssystem, ohne Erweiterungen, ohne Datenbank — hat fast nichts, was aktualisiert werden müsste. Es gibt kein System, in dem Lücken entdeckt werden könnten. Der Server selbst wird vom Hosting-Anbieter gepflegt.
Was bleibt: Hosting, Zertifikat, Sicherung, gelegentliche Funktionsprüfung und inhaltliche Änderungen. Das ist Wartung im Sinne von „jemand hat es im Blick", nicht im Sinne von „jemand muss jede Woche etwas tun". Der Unterschied ist erheblich — in Aufwand, in Kosten und in Risiko. So baue ich; warum, steht unter Baukasten, WordPress oder individuell.
Baukasten
Beim Baukasten macht der Anbieter die Technik: Hosting, Zertifikat, Sicherheit. Sie müssen sich um nichts kümmern — das ist der große Vorteil. Der Preis dafür: Die Seite gehört Ihnen nicht, Sie können nicht umziehen, und was der Anbieter an fremden Diensten einbaut, bleibt drin. Sicherungen, die *Sie* in der Hand haben, gibt es meist nicht.
„Brauche ich ein Wartungspaket?"
Das ist die Frage, die eigentlich gestellt wird. Die ehrliche Antwort:
Sie brauchen jemanden, der zuständig ist. Ob das ein Paket, ein Vertrag oder Sie selbst sind, ist zweitrangig. Was nicht geht: niemand. Die meisten kaputten Websites, die ich sehe, sind nicht kaputt, weil jemand etwas falsch gemacht hat — sondern weil seit Jahren niemand mehr hingeschaut hat. Der Dienstleister ist weg, das Zertifikat abgelaufen, das Formular sendet ins Leere, und der Betrieb merkt es, wenn ein Kunde sagt: „Ich hab Ihnen geschrieben, kam nichts."
Bei WordPress: ja, ohne Ausnahme. Entweder Sie machen es selbst und wissen, was Sie tun, oder Sie beauftragen es. Beides ist in Ordnung. Nichts von beidem ist keine Option.
Bei einer Seite ohne System: Sie brauchen Hosting, Zertifikat und Sicherung — und die Frage ist nur, ob Sie darüber hinaus laufende Betreuung wollen. Wer zweimal im Jahr eine Änderung hat, kann die nach Aufwand bezahlen. Wer regelmäßig etwas ändern lässt oder einfach nicht selbst dran denken möchte, ist mit einem Paket besser bedient.
Was ein Paket ehrlicherweise enthalten sollte
Wenn Sie Wartungsangebote vergleichen, achten Sie auf diese Punkte — und darauf, dass sie konkret sind:
- Sicherung: wie oft, und wie lange aufbewahrt? „Tägliche Sicherung, 14 Tage" ist eine Aussage. „Regelmäßige Backups" ist keine.
- Aktualisierungen: in welcher Frist? Bei einer Sicherheitslücke zählt, wie schnell sie geschlossen wird. „Innerhalb von 10 Werktagen" oder „innerhalb von 24 Stunden" ist prüfbar. „Zeitnah" nicht.
- Änderungen: wie viel ist drin? Minuten pro Monat, und was passiert mit ungenutzten.
- Antwortzeit: wann meldet sich jemand? Werktage oder Stunden — und ob das für die erste Antwort gilt oder für die Lösung.
- Laufzeit und Kündigung. Mindestlaufzeit ist üblich; automatische Verlängerung um ein ganzes Jahr sollte nicht drin sein.
- Was passiert bei Kündigung? Bekommen Sie die Seite, die Zugänge, die Sicherungen? Das muss vorher klar sein — siehe Wem gehören Domain, Website und Zugangsdaten.
Was die verschiedenen Modelle im Monat kosten, steht unter Was kostet eine Website nach der Erstellung.
Zwei Missverständnisse
„Die Seite läuft doch, warum soll ich dafür bezahlen?" Sie läuft, bis sie es nicht mehr tut — und dann ist die Frage, ob es eine Sicherung von gestern gibt oder gar keine. Wartung ist wie die Inspektion beim Auto: Man zahlt nicht dafür, dass etwas passiert, sondern dafür, dass es nicht passiert.
„Wartung heißt, die Seite wird laufend verbessert." Nein. Wartung heißt, sie bleibt in dem Zustand, in dem sie übergeben wurde: erreichbar, sicher, gesichert, funktionsfähig. Neue Seiten, neue Funktionen, ein neues Aussehen — das ist Weiterentwicklung, und die wird getrennt vereinbart. Wer beides vermischt, ist am Ende enttäuscht: der Kunde, weil nichts Neues kommt, oder der Dienstleister, weil ständig etwas Neues gefordert wird.
Kurz gesagt: Jede Seite braucht Hosting, Zertifikat und Sicherung. WordPress braucht zusätzlich laufende Aktualisierungen — ohne Ausnahme. Eine Seite ohne System braucht fast keine. In jedem Fall braucht es jemanden, der zuständig ist.
Bei mir gibt es beides: Hosting Pur für 29 Euro im Monat, wenn die Seite nur laufen soll, und Care-Pakete ab 79 Euro, wenn Sicherungen, Aktualisierungen und Änderungen dazugehören sollen. Was drinsteckt, steht unter Leistungen und Preise. Bestehende Seiten übernehme ich nach einer Bestandsaufnahme — auch, wenn ich sie nicht gebaut habe.
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Veröffentlicht am 2. September 2026.
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